Studenten und freiwillige Auslandsaufenthalte

Es gibt Dinge im Leben, die sind zwar nicht explizit gefordert, werden aber irgendwie doch erwartet. Ein Beispiel dafür ist ein Auslandsaufenthalt während des Studiums.

An der Uni wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man ja heutzutage, wenn man später einmal in einer namhaften Firma arbeiten möchte, unbedingt Erfahrungen im Ausland sammeln sollte. Dies soll einem Einblicke in das Leben und die Lebens- bzw. Arbeitsweisen anderer Länder und Kulturen vermitteln.

Aber natürlich muss man das nicht wirklich machen, man kann es machen, wenn man mag und genug Geld hat. Aber müssen tut man ja gar nichts; aber man sollte wirklich dringend solche Chancen wahrnehmen (wenn einem etwas an seiner Zukunft liegt). Wie man sieht ist ein solcher Auslandsaufenthalt nur wenig zwingend und gänzlich „freiwillig“.

Naja gut. Nachdem die Uni den Studenten einen Auslandsaufenthalt so ans Herz legt, habe ich mir vorgenommen, mich zumindest mal für ein Praktikum in den USA zu bewerben. Also habe ich mich etwas erkundigt und bin auch wirklich auf einige recht interessante Praktika gestoßen, die man in verschiedenen Firmen in den USA absolvieren kann.

Und da fingen die Probleme auch schon an: Das letzte Mal, dass ich mich auf Englisch verständigen musste, war in der Schule (und das ist jetzt auch schon wieder etwas her). Mein Englisch ist zwar nicht schlecht, d.h. zur Verständigung im Alltagsleben reicht es gerade so und ich kann auch Werbung auf einem Faltdisplay lesen :-). Aber ich kann weder Bewerbungen auf Englisch schreiben, noch kann ich so gut Englisch reden, dass ich mich in einer amerikanischen Firma mehrere Monate lang behaupten könnte.

Aus diesem Grund muss ich wohl dringend mein Englisch etwas aufbessern und vergleiche jetzt verschiedene Englisch Privatkurse. Der Vorteil der Privatkurse ist, dass man sich auf einen bestimmten Fachbereich, in meinem Fall beispielsweise Business Englisch, festlegen kann und dann speziell den Wortschatz, die Grammatik und die wichtigsten Sätze und Formeln des jeweiligen Bereiches lernt.

Nun ja, ich war in Englisch nie besonders schlecht, von daher hoffe ich, dass mich ein Englisch Kurs soweit gut auf die grundlegenden Aspekte, vor allem Wortschatz, vorbereitet. Das meiste lernt man wahrscheinlich sowieso durch den direkten Umgang mit den Leuten und das tagtägliche Englischsprechen in der Firma vor Ort.

Was tut man nicht alles „freiwillig“ für seine Zukunft…

Nachtrag: ich habe mich getraut :-) nach 2 absolvierten Englisch Privatkursen habe ich mich für einige verschiedene Praktika beworben - und ich wurde tatsächlich genommen. Ein kleines Unternehmen hat mich für ein 5-monatiges Praktikum angenommen! Sie haben mir gleich noch eine Gastfamilie vermittelt. Ich war anfangs etwas unsicher und dachte mir ich hätte eigentlich lieber eine eigene Wohnung - doch zum Kontakteknüpfen ist das denk ich mal doch von Vorteil in einer Familie zu leben. Die sind total nett - wir haben seit einiger Zeit Kontakt per eMail und ich habe auch schon Bilder von “meinem neuen Zimmer” bekommen. Total lieb eingerichtet mit Kingsize Bett inklusive Luxus Bettwäsche. Ich platze fast vor Neugierde und freue mich schon rießig auf den Abflub und vor allem meine Zeit vor Ort!

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